Altersvorsorge

Wer sich bei der Altersvorsorge auf den Staat verläßt, der ist Verlassen.

Dr. Norbert Blüm (Politiker) hat gesagt: „Die Rente ist sicher.“ Aber er sagt nicht für wen.

Es gibt immer mehr Rentenempfänger und immer weniger Beitragszahler. Und für die nächsten mindestens 40 Jahre, wird sich daran auch nicht viel ändern.

Wenn Du also eines Tages in Rente gehen möchtest, dann solltest du genug Geld für deine Altersvorsorge bei Seite gelegt haben, um wirklich in Ruhe das Alter genießen zu können.

 

 

Wie hoch ist die zu erwartende gesetzliche Rente?

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Wie hoch ist Ihre Gesamtrente mit all deiner bestehenden Vorsorgeverträgen?

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Altersvorsorge sollte gut bedacht sein. Es gibt mehrere Wege die dahin führen. Schau selbst, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Arten der Altersvorsorge haben:

 

Private Rentenversicherung

Zulagen—–
Besteuerung (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt, Sonderausgabenabzug nur für vor dem 01.01.2005 abgeschlossene Verträge*
Besteuerung (Leistungsphase)mit Ertragsanteil
Sozialabgaben (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt
Spzialabgaben (Leistungsphase)Nein; Ausnahme: freiwillig Versicherte (bis BBG)
Kapitalauszahlungmöglich durch Kapitalwahlrecht
Hartz IV (Beitragsphase)Verwertungsausschluss möglich, sonst Anrechnung
Hartz IV (Leistungsphase)Anrechnung – mit freibetrag
Pfändungsschutz (Beitragsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgrenzen
Pfändungsschutz (Leistungsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgrenzen
Zugriff auf eingezahltes Geld / RückkaufBeleihung / Kündigung
Vererbbarkeitfrei
TodesfallleistungBeitragsrückgewähr
GesundheitsfragenNein, wenn keine Zusatzversicherung
*Angaben ohne Gewähr

Riesterrente

Zulagenja
Besteuerung (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt, Sonderausgabenabzug von max. 2.100 € (Eigenbeiträge + Zulage)
Besteuerung (Leistungsphase)100% nachgelagert
Sozialabgaben (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt
Spzialabgaben (Leistungsphase)Nein; Ausnahme: freiwillig Versicherte (bis BBG)
Kapitalauszahlung30% förerunschädlich
Hartz IV (Beitragsphase)Sicher
Hartz IV (Leistungsphase)Anrechnung
Pfändungsschutz (Beitragsphase)Ja
Pfändungsschutz (Leistungsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgrenzen
Zugriff auf eingezahltes Geld / RückkaufJa, gegen Rückzahlung der Zulagen und Steuervorteile
VererbbarkeitKapitalübertragung auf Ehepartner (förderunschädlich) oder Kündigung (förderschädlich)
Todesfallleistungsiehe Vererbbarkeit
GesundheitsfragenNein
*Angaben ohne Gewähr

Rürüp-Rente / Basis-Rente

Zulagen—–
Besteuerung (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt, Sonderausgabenabzug nach Kalenderjahr gestaffelt (60-100%
Besteuerung (Leistungsphase)50-100% nachgelagert, gestaffelt nach Kalenderjahr
Sozialabgaben (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt
Spzialabgaben (Leistungsphase)Nein; Ausnahme: freiwillig Versicherte (bis BBG)
KapiztalauszahlungNein
Hartz IV (Beitragsphase)Sicher
Hartz IV (Leistungsphase)Anrechnung
Pfändungsschutz (Beitragsphase)Ja
Pfändungsschutz (Leistungsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgesetzen
Zugriff auf eingezahltes Geld / RückkaufNein
Vererbbarkeiteingeschränkt (nur Ehe/Lebenspartner oder Kinder auf St.-Karte)
TodesfallleistungVerrentung oder keine Leistung
GesundheitsfragenNein, außer bei Hinterbliebenenoption
*Angaben ohne Gewähr

Betriebsrente / BAV

Zulagen—–
Besteuerung (Beitragsphase)steuerfrei: DV, PK, PF: 4% der BBG + 1.800 €; PZ, UK: unbegrenzt (ab 2018 = 8% der BBG –> zusätzlicher Beitrag entfällt)
Besteuerung (Leistungsphase)100% nachgelagert, außer Verträge nach § 40b EStG
Sozialabgaben (Beitragsphase)SV-frei bis 4% der BBG (DV, PK, PF) + SV-frei bis 4% der BBG (UK, PZ)
Spzialabgaben (Leistungsphase)grundsätzlich ja; außer bei Privatversicherten
KapiztalauszahlungJa (PF: max. 30%); KLV bei PZ+UK abschließbar (Kapitalzusage)
Hartz IV (Beitragsphase)Sicher
Hartz IV (Leistungsphase)Anrechnung
Pfändungsschutz (Beitragsphase)Ja
Pfändungsschutz (Leistungsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgrenzen
Zugriff auf eingezahltes Geld / Rückkaufgrundsätzlich nein; Ausnahme: während des bestehenden Arbeitsverhältnisses (Rückkauf des AG als VN)
Vererbbarkeiteigeschränkt (nur Ehe/Lebenspartner oder Kinder auf St.-Karte)
Todesfallleistungvereinbar
GesundheitsfragenNein, wenn keine Zusatzversicherung oder KLV vorliegt
*Angaben ohne Gewähr
Zulagen—–
Besteuerung (Beitragsphase)Finanzierung aus dem Nettogehalt, Sonderausgabenabzug nur für vor dem 01.01.2005 abgeschlossene Verträge*
Besteuerung (Leistungsphase)ab Verträge ab 2005: 100 % oder 50 % der Erträge (ab Alter 60 und 12 Jahre Laufzeit); Verträge vor 2005: steuerfrei bei 5 Jahre Einzahlung und 12 Jahre Laufzeit
Sozialabgaben (Beitragsphase)Finanzierug aus dem Nettogehalt
Spzialabgaben (Leistungsphase)Nein; Ausnahme: freiwillig Versicherte (bis BBG)
KapiztalauszahlungJa (obligatorisch)
Hartz IV (Beitragsphase)Verwertungsausschluss möglich, sonst Anrechnung
Hartz IV (Leistungsphase)Anrechnung
Pfändungsschutz (Beitragsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgrenzen
Pfändungsschutz (Leistungsphase)Ja, unter Beachtung der Pfändungsgrenzen
Zugriff auf eingezahltes Geld / RückkaufBeleihung / Kündigung
Vererbbarkeitfrei
Todesfallleistungist vereinbart
GesundheitsfragenJa
*für Altverträge vor dem 01.01.2005: 88% der Beiträge können als Sonderausgaben geltend gemacht werden (max. Höchstbetrag).
*Angaben ohne Gewähr

Bild: Attianese Versicherungen

Wohnriester-Verträge werden in Deutschland immer beliebter. Jedoch möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass sich der Versicherte mit diesem Modell der Altersvorsorge zwingend an seine Immobilie kettet. Denn es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der Versicherungsnehmer spätestens zum Renteneintrittsalter von 67 bis zum 85. Lebensjahr in der Rieste geförderten Immobilie wohnen bleiben muss (Selbstnutzungsklausel). Aber ist diese Altersvorsorge in der Praxis realistisch?

Ein junges Paar, das durch Wohnriester ihr Haus finanziert, weiß doch nicht, was ihnen die Zukunft bringt!

Was ist zum Beispiel im Falle einer Scheidung? Wenn z.B. ein Partner, das Eigentum verlässt und es nicht mehr selber nutzt, muss er innerhalb von einem Jahr die komplette Fördersumme in einem neuen Riestervertrag stecken. Aber wer hat das Geld und die finanziellen Möglichkeiten hierfür? Schließlich sind in einer solchen Situation erst einmal Möbel und fundamentale Sachen wichtig, da der Partner verlassen wurde und ein zweiter Hausrat angeschafft werden muss. Alternativ schreibt der Gesetzgeber vor, dass innerhalb von vier Jahren eine neue, selbst genutzte Immobilie nach der Aufgabe der ursprünglichen Immobilie angeschafft werden kann. Neben der Zahlung von Unterhaltsansprüchen und evtl. Alimenten dürfte auch das praxisfremd sein…

Anderes Beispiel:

Du veränderst dich beruflich und ziehst in ein anderes Bundesland. Wegen der Riesterförderung deines Objekts darf dies nur vorübergehend vermietet werden. Mit 67 zum Renteneintritt musst du spätestens wieder dorthin zurückgezogen sein.

Deine Immobilie darf auch nicht ohne weiteres Vererbt oder verschenkt werden, da du ja Rente in dieses Objekt investiert hast. Denn Wohnriester dient einzig und allein dem Zweck, so schnell wie möglich mittels staatlicher Rentenfördergelder eine eigene Immobilie abzuzahlen, damit der Versicherte im Rentenalter keine Mietlasten mehr aufwenden muss. Allerdings wird er somit dazu gezwungen, das Eigentum bis zum 85. Lebensjahr selbst zu nutzen. Und das ist der Haken! Die versicherte Person darf das Objekt zwar verkaufen, wenn beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht in einem Seniorenheim stattdessen erworben wird, aber was ist, wenn die Person zu Ihrem Kind ziehen wollte, um privat betreut und versorgt zu werden? Pech gehabt, oder hohe Rückzahlungen in Kauf nehmen!

Oder:

Du willst im Alter vielleicht auswandern und die Sonne in anderen Ländern genießen? Auch das ist wegen der Wohnriesterförderung der Vergangenheit nicht umsetzbar oder mit hohen Kosten verbunden.

In all den aufgeführten Fällen muss das steuerlich geförderte Kapital rückwirkend versteuert werden, weil der Staat seine Fördergelder zum Zweck der Eigentumsverwirklichung zur Verfügung gestellt hat und der Versicherte Vertragspflichten zu wahren hat.

Unser Fazit: Die Wohnriester-Verträge sind eher mit Vorsicht zu behandeln, da niemand sein Leben bis zum 85. Lebensjahres konkret planen kann und unerwartete Wendungen eintreffen können…

Autor: Sonja Noack

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