Eigenheim finanzieren · Altersvorsorge durchdenken

Aufgepasst bei Wohn-Riester: Förderung heute, Verpflichtungen für morgen

Dein eigenes Zuhause soll Dir Sicherheit geben. Deshalb sollte auch die Finanzierung zu Deinem Leben passen. Wir zeigen Dir, welche Vorteile Wohn-Riester bieten kann und warum Du Steuern, Selbstnutzung und mögliche Veränderungen frühzeitig mitdenken solltest.

Du hast bereits einen Vertrag? Halte Deine Unterlagen bereit und nenne uns im Kontaktformular das Anliegen „Wohn-Riester“.

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Ein Zuhause fürs Leben – aber Dein Leben darf sich verändern

Vielleicht planst Du gerade den Hauskauf. Vielleicht möchtest Du Deine Finanzierung schneller zurückzahlen oder vorhandenes Riester-Guthaben für Dein Eigenheim nutzen. Staatliche Förderung klingt dabei zunächst nach einer willkommenen Unterstützung.

Eine Finanzierung begleitet Dich jedoch häufig über viele Jahre. In dieser Zeit können sich Beruf, Partnerschaft, Gesundheit und Wohnwünsche verändern. Deshalb gehören neben Monatsrate und Förderhöhe auch Fragen zu Deiner zukünftigen Bewegungsfreiheit auf den Tisch.

Unsere Haltung ist klar: Entscheide Dich erst, wenn Du die Gesamtwirkung verstanden hast. Dazu gehören mögliche Vorteile ebenso wie Kosten, spätere Steuern und die Regeln für eine veränderte Nutzung Deiner Immobilie. Eine überzeugende Finanzierung sollte auch dann nachvollziehbar bleiben, wenn Du verschiedene Lebenssituationen durchspielst.

Was ist Wohn-Riester?

Wohn-Riester wird auch Eigenheimrente genannt. Unter gesetzlichen Voraussetzungen lässt sich Riester-Förderung für selbst genutztes Wohneigentum einsetzen. Dazu können Kauf, Bau oder die Tilgung eines entsprechenden Immobiliendarlehens gehören.

Förderfähige Verwendungen können außerdem bestimmte barrierearme Umbauten und energetische Sanierungen umfassen. Eine beliebige Renovierung ist dadurch noch nicht begünstigt. Antrag, Nachweise und zeitliche Vorgaben müssen zum Vorhaben passen.

Selbst genutztes Wohneigentum

Grundsätzlich brauchst Du Eigentum oder Miteigentum und musst die Immobilie selbst bewohnen. Sie muss innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums liegen. Für einzelne Nutzungsformen gelten weitere Voraussetzungen.

Förderberechtigung prüfen

Ob Du Riester-Förderung erhältst, hängt von Deinem persönlichen Status und den geltenden Regeln ab. Ein Immobilienkauf allein begründet noch keinen Anspruch. Auch die Gestaltung des Vertrags muss berücksichtigt werden.

Wichtig zur zeitlichen Einordnung: Die folgenden Förderbeträge beschreiben die bisherige Riester-Systematik. Ab 2027 werden neue Produkte und Förderregeln relevant. Für Wohn-Riester nennt die ZfA bei Entnahmen bis zum 31. Dezember 2027 die bisherigen Regelungen. Vertragsdatum, Entnahmezeitpunkt und Übergangsvorschriften müssen deshalb in die Prüfung einfließen.

Offizielle Erläuterungen: So geht Wohn-Riester und ZfA-FAQ einschließlich Reform und Übergangsregeln .

Förderung: Ein Vorteil, der zur Gesamtrechnung passen muss

Nach der bisherigen Fördersystematik beträgt die volle Grundzulage 175 Euro jährlich. Bei erfülltem Anspruch kommen Kinderzulagen hinzu: 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder beziehungsweise 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder. Für die volle Zulage ist der erforderliche Eigenbeitrag zu leisten.

Ein zusätzlicher Steuervorteil kann sich durch die Günstigerprüfung des Finanzamts ergeben. Dabei werden Beiträge einschließlich Zulageanspruch grundsätzlich bis zu 2.100 Euro jährlich berücksichtigt. Zulagen und Steuervorteil werden dabei miteinander verrechnet.

Für Deine Entscheidung reicht die Förderhöhe allein dennoch nicht. Stelle ihr sämtliche Vertrags- und Finanzierungskosten gegenüber. Frage außerdem, wie sich unterschiedliche Tilgungsverläufe auf Deine Restschuld und Deine verfügbaren Rücklagen auswirken.

Ein Vergleich sollte dieselben Annahmen verwenden: gleiche Finanzierungssumme, vergleichbare Laufzeiten und nachvollziehbare Kosten. Nur so erkennst Du, welche Unterschiede tatsächlich durch das jeweilige Modell entstehen.

Quellen: Riester-Zulagen und Riester und Steuern .

Das Wohnförderkonto: Die spätere Besteuerung gehört zur Planung

Nach den hier beschriebenen bisherigen Regeln werden geförderte Entnahmen und Tilgungsleistungen auf einem rechnerischen Wohnförderkonto erfasst. Bis zum vertraglichen Beginn der Auszahlungsphase erhöht sich dessen Stand jährlich um zwei Prozent. Es handelt sich um eine steuerliche Rechengröße, nicht um verfügbares Sparguthaben.

Für die reguläre Besteuerung bestehen grundsätzlich zwei Wege: die jährliche Verteilung bis zum 85. Geburtstag oder die beantragte Einmalbesteuerung. Bei Letzterer werden 70 Prozent des maßgeblichen Betrags steuerlich angesetzt. Die tatsächliche Steuer richtet sich nach Deiner persönlichen Situation.

Vereinfachtes Beispiel zur Einmalbesteuerung

Angenommen, der maßgebliche Stand beträgt 40.000 Euro. Bei der regulären Einmalbesteuerung würden davon 28.000 Euro als steuerpflichtiger Betrag angesetzt. Das bedeutet nicht, dass Du 28.000 Euro Steuern zahlen musst.

Welche Steuer daraus entsteht, hängt unter anderem von Deinem übrigen steuerpflichtigen Einkommen ab. Bei einer vorzeitigen Auflösung wegen aufgegebener Selbstnutzung steht der 30-Prozent-Nachlass nicht zur Verfügung.

Plane deshalb auch für die Zeit nach der Darlehensrückzahlung. Eine abbezahlte Immobilie nimmt Dir die Kreditrate ab; Ausgaben für Instandhaltung, Betrieb und eine mögliche Besteuerung bleiben Bestandteil Deiner Haushaltsplanung.

Quelle: ZfA: Einmalbesteuerung des Wohnförderkontos .

Wohn-Riester bei Verkauf, Umzug, Scheidung oder Pflege

Niemand kann seine nächsten Jahrzehnte vollständig planen. Deshalb sollte eine Beratung erklären, welche Folgen Veränderungen haben können und welche Ausnahmen infrage kommen.

Verkauf oder dauerhafte Vermietung

Wird die Selbstnutzung oder das Eigentum aufgegeben, kann das Wohnförderkonto vorzeitig steuerpflichtig aufgelöst werden. Gesetzliche Ausnahmen, etwa eine fristgerechte Reinvestition, sind zu prüfen. Es geht nicht automatisch um die Rückzahlung sämtlicher Zulagen.

Beruflich bedingter Umzug

Eine anerkannte berufliche Abwesenheit kann die vorzeitige Besteuerung verhindern. Dafür ist ein Antrag bei der ZfA erforderlich. Die Rückkehr muss beabsichtigt sein; die Selbstnutzung ist spätestens bis zur Vollendung des 67. Lebensjahres wieder aufzunehmen.

Trennung oder Scheidung

Die Folgen hängen von Eigentum, weiterer Nutzung und Scheidungsregelung ab. Bei einer Übertragung des Eigentumsanteils im Rahmen der Scheidungsfolgen kann auch das zugehörige Wohnförderkonto übergehen. Eine pauschale Rückzahlungspflicht für jeden ausziehenden Partner lässt sich daraus nicht ableiten.

Krankheit oder Pflegebedürftigkeit

Ein entsprechender Auszug kann unschädlich sein, wenn Du Eigentümer bleibst, die Wohnung zur Selbstnutzung verfügbar bleibt und keine Dritten außer Deinem Ehepartner sie nutzen. Ein Umzug in Pflege bedeutet somit nicht automatisch eine Nachversteuerung.

Bei anerkannter beruflicher Abwesenheit darf eine Vermietung nur für deren Dauer vereinbart werden. Auch eine Begleitung des beruflich umziehenden Ehe- oder eingetragenen Lebenspartners kann relevant sein. Die Anerkennung und notwendigen Nachweise solltest Du frühzeitig mit der ZfA klären.

Besprich geplante Veränderungen, bevor Du verbindliche Entscheidungen triffst. Halte dabei Termine, Schreiben und eingereichte Nachweise geordnet fest. So können die Beteiligten denselben Sachverhalt beurteilen und offene Fragen gezielt klären.

Quellen: § 92a Einkommensteuergesetz und ZfA: Beruflich bedingter Umzug .

Passt Wohn-Riester zu Deiner Lebensplanung?

Statt nach einer pauschalen Empfehlung zu suchen, stelle Deine persönlichen Prioritäten zusammen. Wie wichtig sind Dir eine bestimmte Monatsrate, Sondertilgungen, finanzielle Reserven und die Möglichkeit eines späteren Wohnortwechsels?

Spiele mindestens zwei Varianten durch: eine langfristige Nutzung des Eigenheims und eine veränderte Wohnsituation. Überlege außerdem, wie sich weniger Einkommen oder höhere laufende Kosten auf Deinen Haushalt auswirken würden. Solche Überlegungen machen Unterschiede zwischen Angeboten greifbarer.

  • Welche Gesamtkosten entstehen bei vergleichbaren Annahmen?
  • Welche Restschuld bleibt zu den wichtigen Zeitpunkten?
  • Welche Rücklagen stehen neben der Finanzierung zur Verfügung?
  • Wie werden spätere Steuern in Deiner Planung berücksichtigt?
  • Welche Folgen hätte eine Änderung Deiner Wohn- oder Familiensituation?

Unsere Empfehlung: Lass Dir erklären, warum ein Angebot zu Deinen Zielen passt. Eine hohe Förderung allein beantwortet diese Frage nicht. Entscheidend ist, ob Du die Finanzierung insgesamt verstehst und ihre Verpflichtungen bewusst tragen möchtest.

So unterstützen wir Dich bei der Entscheidung

  1. Deine Ausgangslage erfassen

    Wir sprechen über Dein Vorhaben, bestehende Verträge, Deine Finanzierung und Deine Wohnplanung. Wenn bereits eine Veränderung ansteht, benenne bitte auch die geplanten Termine.

  2. Angebote und offene Fragen ordnen

    Wir betrachten Kosten, Tilgung, Förderannahmen und Deine gewünschten Spielräume. Unklare Aussagen halten wir fest, damit Du erkennst, welche Informationen für Deine Entscheidung noch fehlen.

  3. Das weitere Vorgehen besprechen

    Du erhältst eine nachvollziehbare Einordnung aus Finanzierungssicht. Für verbindliche steuerliche oder rechtliche Einzelfragen beziehen wir die zuständigen Fachstellen in die Klärung ein.

Hilfreich sind Deine Vertragsunterlagen, aktuelle Finanzierungsangebote und vorhandene Bescheide zum Wohnförderkonto. Schreibe außerdem Deine wichtigsten Fragen auf. Du musst vor dem ersten Gespräch noch keine fertige Entscheidung getroffen haben.

Häufige Fragen zu Wohn-Riester

1. Ist Wohn-Riester grundsätzlich schlecht?

Eine pauschale Bewertung hilft Dir wenig. Entscheidend sind die konkrete Finanzierung, ihre Kosten und Deine Lebensplanung. Vergleiche deshalb nachvollziehbare Gesamtmodelle und lass Dir erklären, welche Annahmen hinter einer Empfehlung stehen.

2. Kann ich vorhandenes Riester-Guthaben einsetzen?

Eine wohnwirtschaftliche Entnahme kann unter den geltenden Voraussetzungen möglich sein. Dafür ist ein Antrag erforderlich. Bei neuen Vertragsmodellen ist außerdem zu prüfen, ob sie diese Verwendung überhaupt anbieten.

3. Ist eine Ferienwohnung förderfähig?

Eine reine Ferien- oder Wochenendwohnung erfüllt die Voraussetzungen nicht. Wohn-Riester setzt eine begünstigte selbst genutzte Wohnung voraus, die grundsätzlich Deinen Hauptwohnsitz beziehungsweise Lebensmittelpunkt bildet.

4. Gibt es bei jedem Anbieter dieselben Kosten?

Verlasse Dich bei dieser Frage auf die konkreten Vertragsunterlagen. Vergleiche die jeweils ausgewiesenen Kosten und Finanzierungskonditionen. Eine gemeinsame Übersicht erleichtert es, Unterschiede zu erkennen und Rückfragen zu stellen.

5. Wie hoch sind die bisherigen Riester-Zulagen?

Die volle Grundzulage beträgt 175 Euro jährlich. Die Kinderzulage liegt bei 185 beziehungsweise 300 Euro, abhängig vom Geburtsjahr. Anspruch, Beitragsleistung und geltende Fördersystematik sind jeweils zu beachten.

6. Ist der Steuervorteil zusätzlich zur Förderung unbegrenzt?

Nein. Das Finanzamt berücksichtigt den Zulageanspruch bei der Günstigerprüfung. Nach der bisherigen Systematik gilt grundsätzlich ein Höchstbetrag von 2.100 Euro einschließlich der Zulagen. Deine persönliche Steuerwirkung muss gesondert beurteilt werden.

7. Kann ich das Wohnförderkonto auszahlen lassen?

Nein. Es handelt sich um ein rechnerisches Konto für die Besteuerung. Sein Stand ist kein zusätzlich verfügbares Vermögen. Du kannst bei der ZfA eine Feststellung des aktuellen Kontostands beantragen.

8. Bedeutet Einmalbesteuerung 70 Prozent Steuer?

Nein. Bei der regulären Einmalbesteuerung werden 70 Prozent des maßgeblichen Kontostands als steuerpflichtiger Betrag angesetzt. Die darauf entfallende Steuer hängt von Deinem persönlichen Einkommensteuersatz ab.

9. Ist der Nachlass bei Einmalbesteuerung endgültig gesichert?

Nicht in jedem Fall. Wird die Selbstnutzung innerhalb von 20 Jahren nach Beginn der Auszahlungsphase aufgegeben, kann der Nachlass nachträglich besteuert werden. Die Voraussetzungen und Ausnahmen müssen geprüft werden.

10. Darf ich eine geförderte Immobilie verkaufen?

Ja. Die steuerlichen Folgen sollten aber vorher geklärt werden. Ausnahmen können eine vorzeitige Auflösung des Wohnförderkontos verhindern. Welche Möglichkeit passt, hängt auch von Deiner weiteren Wohnplanung ab.

11. Ist jeder berufliche Umzug automatisch unschädlich?

Nein. Die ZfA prüft die Voraussetzungen auf Antrag. Dazu gehören insbesondere der berufliche Anlass, die beabsichtigte Rückkehr und die rechtzeitige Wiederaufnahme der Selbstnutzung.

12. Was bedeutet eine Scheidung für Wohn-Riester?

Eigentum und weitere Nutzung müssen einzeln betrachtet werden. Bei der Übertragung von Eigentumsanteilen können auch Wohnförderkonto und Verpflichtungen übergehen. Finanzierungsfragen, Steuerfragen und Scheidungsfolgen sollten aufeinander abgestimmt werden.

13. Muss ich bei einem Umzug ins Pflegeheim immer nachversteuern?

Nein. Für krankheits- oder pflegebedingte Auszüge gibt es eine gesetzliche Ausnahme. Die Voraussetzungen zu Eigentum, Verfügbarkeit und Nutzung durch andere Personen findest Du oben im entsprechenden Abschnitt.

14. Was geschieht im Todesfall?

Unter Voraussetzungen kann das Wohnförderkonto auf den Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner übergehen. Andernfalls kann eine Besteuerung entstehen, die auch die Erben betrifft. Eigentumsnachfolge und weitere Nutzung sollten frühzeitig fachlich geklärt werden.

15. Kann Wohn-Riester eine energetische Sanierung unterstützen?

Für bestimmte Maßnahmen ist eine Verwendung seit 2024 möglich. Es gelten Anforderungen an Maßnahme, Nachweise und Durchführung. Eine beliebige Modernisierung wird dadurch nicht automatisch förderfähig. Kläre die Voraussetzungen vor der Umsetzung.

16. Sollte ich meinen bestehenden Vertrag sofort kündigen?

Lass Dir zunächst die konkreten Folgen erläutern. Eine Kündigung, Beitragsfreistellung, Entnahme oder Vertragsänderung kann unterschiedliche Wirkungen haben. Benötigt werden Deine Unterlagen und eine nachvollziehbare Gegenüberstellung der verfügbaren Möglichkeiten.

17. Was muss ich wegen der Altersvorsorgereform beachten?

Neue Produkte und Förderung ab 2027 sind von den bisherigen Regeln zu unterscheiden. Die ZfA nennt für Entnahmen bis Ende 2027 die bisherigen Wohn-Riester-Regelungen. Prüfe deshalb die für Deinen Vertrag und Entnahmezeitpunkt geltenden Übergangsvorschriften.

18. Wie bereite ich ein Beratungsgespräch vor?

Halte Riester-Vertrag, Finanzierungsunterlagen und vorhandene Bescheide bereit. Notiere Deine Wohnpläne, wichtigen Termine und offenen Fragen. Über unser Kontaktformular kannst Du mit dem Anliegen „Wohn-Riester“ ein Gespräch anfragen.

Dein Zuhause verdient eine Finanzierung, die Du verstehst

Lass uns gemeinsam prüfen, wie Wohn-Riester zu Deinen Zielen und vorhandenen Verträgen passt. Wir nehmen uns Deine Fragen vor und besprechen, welche Punkte vor einer Entscheidung geklärt werden sollten.

Attianese Versicherungen GmbH
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