Kautionsversicherung für Unternehmen: Bürgschaften stellen und Liquidität sichern

Bei vielen größeren Aufträgen verlangen Auftraggeber eine Sicherheit. Besonders im Baugewerbe, im Handwerk, im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei umfangreichen Liefer- oder Dienstleistungsverträgen sind Bürgschaften deshalb ein fester Bestandteil des Geschäftsalltags.

Für Dein Unternehmen kann das jedoch zu einer finanziellen Belastung werden. Behält Dein Auftraggeber einen Teil der Rechnung als Sicherheit ein, fehlt Dir dieses Geld im laufenden Betrieb. Stellst Du die Bürgschaft über Deine Bank, kann dadurch Deine Kreditlinie belastet werden.

Unternehmen

Eine Kautionsversicherung, auch Bürgschaftsversicherung genannt, kann eine passende Alternative sein. Der Versicherer stellt die benötigte Bürgschaft zur Verfügung. Dadurch musst Du häufig kein eigenes Geld als Sicherheit hinterlegen und kannst Deine Banklinie für andere Finanzierungen freihalten.

Was ist eine Kautionsversicherung?

Mit einer Kautionsversicherung kannst Du Bürgschaften gegenüber Auftraggebern, Geschäftspartnern, Vermietern oder Behörden stellen.

Der Versicherer übernimmt dabei die Rolle des Bürgen und stellt eine Bürgschaftsurkunde aus. Diese bestätigt Deinem Auftraggeber, dass der Versicherer im vereinbarten Umfang für bestimmte Verpflichtungen Deines Unternehmens einsteht.

An einer solchen Bürgschaft sind normalerweise drei Parteien beteiligt:

  • Dein Unternehmen als Versicherungsnehmer und Auftragnehmer,
  • der Versicherer als Bürge,
  • Dein Auftraggeber als Begünstigter der Bürgschaft.

Du erhältst vom Versicherer einen festgelegten Bürgschaftsrahmen. Innerhalb dieses Rahmens können einzelne Bürgschaften für unterschiedliche Aufträge ausgestellt werden.

Die Kautionsversicherung kann damit eine wichtige Ergänzung Deiner Unternehmensfinanzierung sein. Sie hilft Dir, geforderte Sicherheiten bereitzustellen, ohne dafür automatisch größere Geldbeträge festlegen zu müssen.

Warum verlangen Auftraggeber eine Bürgschaft?

Auftraggeber möchten sich gegen finanzielle Risiken absichern. Besonders bei langfristigen Projekten, hohen Auftragssummen oder größeren Vorauszahlungen besteht das Risiko, dass ein Auftrag nicht vollständig oder nicht vertragsgemäß ausgeführt wird.

Eine Bürgschaft kann beispielsweise folgende Risiken absichern:

  • Ein Auftrag wird nicht fertiggestellt.
  • Vereinbarte Leistungen werden nicht ordnungsgemäß erbracht.
  • Während der Gewährleistungszeit treten Mängel auf.
  • Eine geleistete Vorauszahlung kann nicht zurückgezahlt werden.
  • Das beauftragte Unternehmen gerät während der Auftragsausführung in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Die Bürgschaft gibt Deinem Auftraggeber eine zusätzliche Sicherheit. Gleichzeitig kann sie Dir ermöglichen, auf einen Sicherheitseinbehalt zu verzichten oder bereits verdientes Geld früher zu erhalten.

Liquidität im Unternehmen behalten

Einer der wichtigsten Vorteile einer Kautionsversicherung ist der Erhalt Deiner Liquidität.

Viele Unternehmen müssen ihre Aufträge zunächst vorfinanzieren. Material wird bestellt, Mitarbeiter müssen bezahlt und Maschinen oder Fahrzeuge bereitgestellt werden. Die vollständige Vergütung erfolgt häufig erst nach Abschluss bestimmter Leistungsabschnitte oder nach Fertigstellung des Projekts.

Behält der Auftraggeber zusätzlich einen Teil Deiner Rechnung als Sicherheit ein, kann sich Dein finanzieller Spielraum deutlich verringern.

Mit einer akzeptierten Bürgschaft kann der Auftraggeber unter Umständen auf diesen Einbehalt verzichten. Das Geld bleibt dadurch für Dein Unternehmen verfügbar.

Du kannst die Liquidität beispielsweise nutzen für:

  • Löhne und Gehälter,
  • Material und Waren,
  • Fahrzeuge und Maschinen,
  • neue Aufträge,
  • Investitionen,
  • laufende Betriebskosten,
  • Steuern und Sozialabgaben,
  • die Überbrückung längerer Zahlungsziele.

Gerade bei wachsenden Unternehmen kann ein ausreichend großer finanzieller Spielraum entscheidend sein. Ein neuer Auftrag ist schließlich nicht nur eine Chance, sondern verursacht oft zunächst erhebliche Kosten.

Eine Kautionsversicherung kann dazu beitragen, dass bereits erwirtschaftetes Kapital nicht unnötig gebunden wird.

Kautionsversicherung oder Bankbürgschaft?

Bürgschaften können grundsätzlich auch über eine Bank bereitgestellt werden. Eine solche Bankbürgschaft wird häufig als Aval bezeichnet.

Sowohl die Bank als auch der Kautionsversicherer stellen Deinem Auftraggeber eine Sicherheit zur Verfügung. Der wesentliche Unterschied liegt häufig in der Auswirkung auf Deine Finanzierungsmöglichkeiten.

Eine Bank kann das Aval auf Deine Kreditlinie anrechnen. Dadurch steht Dir möglicherweise weniger Spielraum für andere Finanzierungen zur Verfügung.

Das kann sich beispielsweise auswirken auf:

  • Deinen Kontokorrentkredit,
  • die Finanzierung einer Maschine,
  • den Kauf eines neuen Firmenfahrzeugs,
  • geplante Investitionen,
  • die Vorfinanzierung größerer Aufträge.

Bei einer Kautionsversicherung wird der Bürgschaftsrahmen dagegen durch einen Versicherer zur Verfügung gestellt. Dadurch kann Deine Banklinie geschont werden.

Ob die Kautionsversicherung oder eine Bankbürgschaft für Dich besser geeignet ist, hängt jedoch von Deiner individuellen Situation ab. Eine pauschale Empfehlung ist nicht sinnvoll.

Berücksichtigt werden sollten unter anderem:

  • der benötigte Bürgschaftsrahmen,
  • die Art der geforderten Bürgschaften,
  • die wirtschaftliche Situation Deines Unternehmens,
  • vorhandene Kredite,
  • mögliche Sicherheiten,
  • die Kosten der jeweiligen Lösung,
  • die Akzeptanz beim Auftraggeber,
  • Deine zukünftige Investitionsplanung.

In manchen Fällen ist auch eine Kombination aus Bankbürgschaft und Kautionsversicherung sinnvoll.

Was ist eine Bürgschaftslinie?

Die Bürgschaftslinie ist der maximale Gesamtbetrag, bis zu dem der Versicherer Bürgschaften für Dein Unternehmen ausstellen kann.

Ein Beispiel:

Dein Betrieb erhält eine Bürgschaftslinie von 100.000 Euro. Davon nutzt Du:

  • 25.000 Euro für eine Vertragserfüllungsbürgschaft,
  • 20.000 Euro für eine Gewährleistungsbürgschaft,
  • 15.000 Euro für eine Vorauszahlungsbürgschaft.

Damit sind insgesamt 60.000 Euro Deiner Bürgschaftslinie belegt. Für weitere Bürgschaften stehen noch 40.000 Euro zur Verfügung.

Wird eine bestehende Bürgschaft beendet und der Versicherer wirksam aus der Haftung entlassen, wird der entsprechende Betrag innerhalb der Linie in der Regel wieder frei.

Bei der Planung solltest Du deshalb nicht nur einen einzelnen Auftrag betrachten. Entscheidend ist, wie viele Bürgschaften gleichzeitig bestehen, wie lange sie laufen und welche neuen Projekte geplant sind.

Welche Bürgschaftsarten gibt es?

Je nach Auftrag, Branche und Vertragsgestaltung können unterschiedliche Bürgschaften notwendig sein.

Gewährleistungsbürgschaft

Die Gewährleistungsbürgschaft sichert mögliche Ansprüche Deines Auftraggebers wegen Mängeln nach Fertigstellung und Abnahme eines Auftrags ab.

Ohne Bürgschaft behält der Auftraggeber häufig einen Teil Deiner Rechnung ein. Dieser Sicherheitseinbehalt bleibt teilweise über mehrere Jahre bestehen.

Wird stattdessen eine Gewährleistungsbürgschaft akzeptiert, kann der Auftraggeber den einbehaltenen Betrag auszahlen. Dein Unternehmen erhält das Geld früher und kann es im laufenden Betrieb nutzen.

Vertragserfüllungsbürgschaft

Die Vertragserfüllungsbürgschaft sichert die ordnungsgemäße Erfüllung Deiner vertraglichen Verpflichtungen während der Ausführung ab.

Sie kann beispielsweise relevant werden, wenn:

  • ein Auftrag nicht vollständig fertiggestellt wird,
  • vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden,
  • vertragliche Fristen nicht eingehalten werden,
  • das Unternehmen während der Ausführung insolvent wird.

Die genaue Reichweite ergibt sich immer aus dem Vertrag und dem Wortlaut der Bürgschaftsurkunde.

Vorauszahlungs- oder Anzahlungsbürgschaft

Bei größeren Aufträgen leistet ein Auftraggeber möglicherweise eine Vorauszahlung. Mit diesem Geld kannst Du beispielsweise Material einkaufen, Sonderanfertigungen vorbereiten oder ein umfangreiches Projekt starten.

Der Auftraggeber trägt dabei das Risiko, dass die vereinbarte Leistung nach der Vorauszahlung nicht erbracht wird.

Eine Vorauszahlungsbürgschaft kann dieses Risiko absichern. Sie gibt dem Auftraggeber eine Sicherheit für die geleistete Zahlung.

Ausführungsbürgschaft

Die Ausführungsbürgschaft sichert die ordnungsgemäße Durchführung eines Auftrags während der Leistungsphase ab.

Je nach Vertrag kann sie ähnliche oder teilweise überschneidende Inhalte wie eine Vertragserfüllungsbürgschaft haben.

Bauhandwerkersicherungsbürgschaft

Bei einer Bauhandwerkersicherungsbürgschaft ist die Rollenverteilung anders als bei vielen anderen Bürgschaften.

Hier geht es darum, den Vergütungsanspruch eines Bauunternehmens oder Handwerksbetriebs abzusichern. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der ausführende Betrieb vom Auftraggeber eine Sicherheit für noch offene Vergütungsansprüche verlangen.

Mietkautionsbürgschaft für Gewerberäume

Mietest Du ein Büro, eine Werkstatt, ein Lager oder eine Produktionshalle, verlangt der Vermieter häufig eine Kaution.

Statt diesen Betrag vollständig in bar zu hinterlegen, kann je nach Anbieter und Vereinbarung eine gewerbliche Mietkautionsbürgschaft genutzt werden.

Dadurch bleibt das Kapital im Unternehmen verfügbar.

Zoll- und Steuerbürgschaften

In bestimmten Fällen können Unternehmen auch gegenüber Zollbehörden oder Finanzämtern Sicherheiten stellen müssen.

Ob solche Bürgschaften möglich sind, hängt vom Anbieter, der Branche und der vereinbarten Kautionsversicherung ab.

Für welche Unternehmen ist eine Kautionsversicherung geeignet?

Eine Kautionsversicherung wird besonders häufig im Bau- und Ausbaugewerbe benötigt.

Sie kann unter anderem für folgende Betriebe interessant sein:

  • Bauunternehmen,
  • Dachdecker,
  • Gerüstbauer,
  • Elektriker,
  • Heizungs- und Sanitärbetriebe,
  • Maler und Lackierer,
  • Straßen- und Tiefbauer,
  • Garten- und Landschaftsbauer,
  • Fensterbauer,
  • Maschinen- und Anlagenbauer.

Darüber hinaus kann eine Bürgschaftsversicherung auch für viele andere Unternehmen sinnvoll sein, beispielsweise:

  • Gebäudedienstleister,
  • Sicherheitsunternehmen,
  • IT- und Projektunternehmen,
  • Zeitarbeitsfirmen,
  • Transport- und Logistikbetriebe,
  • industrielle Hersteller,
  • Lieferanten mit hohen Anzahlungen,
  • Unternehmen mit öffentlichen Auftraggebern.

Entscheidend ist nicht allein Deine Branche. Wichtig ist vielmehr, ob Deine Auftraggeber Bürgschaften verlangen oder regelmäßig Sicherheitseinbehalte vornehmen.

Kautionsversicherung für Existenzgründer

Auch Existenzgründer können bereits zu Beginn ihrer Selbstständigkeit Bürgschaften benötigen.

Gerade im Handwerk oder im Baugewerbe kann ein neuer Betrieb schnell größere Aufträge erhalten. Gleichzeitig fehlen häufig noch mehrere Jahresabschlüsse oder langjährige Unternehmenszahlen.

Der Versicherer kann deshalb andere Unterlagen und Informationen prüfen, zum Beispiel:

  • Deinen Businessplan,
  • Deine Kapitalbedarfsplanung,
  • Deine Liquiditätsplanung,
  • Deine aktuelle Auftragslage,
  • Deine berufliche Qualifikation,
  • Deine Branchenerfahrung,
  • das vorhandene Eigenkapital,
  • mögliche Sicherheiten.

Ob und in welcher Höhe ein Bürgschaftsrahmen angeboten wird, hängt immer von der individuellen Bonitätsprüfung ab.

Für kleine oder neu gegründete Unternehmen können vereinfachte Einstiegslösungen infrage kommen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Der Versicherer prüft vor der Einrichtung einer Bürgschaftslinie die wirtschaftliche Situation Deines Unternehmens.

Je nach Anbieter, Bürgschaftsart und gewünschter Linie können unter anderem folgende Unterlagen erforderlich sein:

  • Firmenname und Rechtsform,
  • Gründungsdatum,
  • genaue Tätigkeit und Branche,
  • Jahresumsatz,
  • gewünschte Bürgschaftslinie,
  • benötigte Bürgschaftsarten,
  • aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung,
  • Jahresabschlüsse,
  • Summen- und Saldenlisten,
  • Angaben zu bestehenden Krediten,
  • vorhandene Bank- oder Versicherungsavale,
  • Angaben zu laufenden Projekten,
  • Informationen zu möglichen Zahlungsschwierigkeiten.

Bei kleineren standardisierten Bürgschaftsrahmen kann die Prüfung einfacher ausfallen. Bei höheren Linien oder besonderen Risiken werden meistens umfangreichere Unterlagen benötigt.

Was kostet eine Kautionsversicherung?

Die Kosten einer Kautionsversicherung lassen sich nicht pauschal festlegen.

Der Beitrag hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Höhe der Bürgschaftslinie,
  • benötigte Bürgschaftsarten,
  • Bonität Deines Unternehmens,
  • Branche,
  • Jahresumsatz,
  • Unternehmensalter,
  • bisherige Geschäftsentwicklung,
  • vorhandene Sicherheiten,
  • bereits bestehende Bürgschaften,
  • frühere Inanspruchnahmen.

Ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen mit einer überschaubaren Bürgschaftslinie kann anders eingestuft werden als ein neuer Betrieb mit hohem Bürgschaftsbedarf und umfangreichen Vorauszahlungsbürgschaften.

Deshalb sollte nicht nur der Preis betrachtet werden. Ebenso wichtig sind die Bedingungen, die mögliche Linienhöhe, die verfügbaren Bürgschaftsarten und die Anforderungen an Sicherheiten.

Was passiert bei einer Inanspruchnahme?

Fordert Dein Auftraggeber eine Zahlung aus der Bürgschaft, prüft der Versicherer zunächst die Voraussetzungen.

Entscheidend sind dabei insbesondere:

  • der Wortlaut der Bürgschaft,
  • der zugrunde liegende Vertrag,
  • die Art der geltend gemachten Forderung,
  • die vereinbarte Bürgschaftssumme,
  • mögliche Einwendungen.

Ist die Forderung berechtigt und von der Bürgschaft umfasst, kann der Versicherer den vereinbarten Betrag an den Auftraggeber zahlen.

Wichtig: Die Kautionsversicherung ist keine klassische Schadenversicherung.

Zahlt der Versicherer aus einer berechtigt in Anspruch genommenen Bürgschaft, kann er den Betrag grundsätzlich von Deinem Unternehmen zurückfordern.

Die Bürgschaft ersetzt deshalb nicht Deine vertragliche Verpflichtung. Sie stellt Deinem Auftraggeber lediglich die verlangte Sicherheit zur Verfügung.

Welche Sicherheiten kann der Versicherer verlangen?

Abhängig von der wirtschaftlichen Situation Deines Unternehmens und der Höhe der Bürgschaftslinie kann der Versicherer Sicherheiten verlangen.

Mögliche Sicherheiten sind beispielsweise:

  • Bankguthaben,
  • Festgeld,
  • Abtretungen von Forderungen,
  • persönliche Bürgschaften,
  • Grundschulden,
  • Patronatserklärungen,
  • andere werthaltige Sicherheiten.

Bei kleineren Bürgschaftslinien kann je nach Anbieter und Bonität auch eine vereinfachte Lösung ohne umfangreiche Sicherheiten möglich sein.

Eine individuelle Prüfung ist deshalb unverzichtbar.

Bürgschaften richtig verwalten

Eine Bürgschaftslinie sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Dabei solltest Du insbesondere prüfen:

  • Welche Bürgschaften sind aktuell ausgestellt?
  • Welche Projekte sind bereits abgeschlossen?
  • Welche Bürgschaften werden nicht mehr benötigt?
  • Liegt eine wirksame Enthaftung vor?
  • Welche neuen Aufträge sind geplant?
  • Reicht die vorhandene Linie noch aus?

Nicht mehr benötigte Bürgschaften sollten möglichst schnell zurückgegeben oder durch eine eindeutige Enthaftungserklärung beendet werden.

Solange der Versicherer weiterhin haftet, bleibt die Bürgschaft innerhalb Deiner Linie belegt. Auch ein bereits abgeschlossenes Projekt führt nicht automatisch zur Freigabe.

Häufige Fehler bei der Kautionsversicherung

Bürgschaftsbedarf zu knapp berechnen

Viele Unternehmen berücksichtigen nur den aktuellen Auftrag. Bereits bestehende Gewährleistungsbürgschaften, neue Projekte und lange Laufzeiten werden dabei schnell übersehen.

Die Linie kann dadurch früher ausgeschöpft sein als geplant.

Alte Bürgschaften nicht zurückfordern

Nicht mehr benötigte Bürgschaften blockieren weiterhin Deinen verfügbaren Rahmen.

Deshalb solltest Du nach Abschluss eines Projekts prüfen, wann und unter welchen Voraussetzungen die Bürgschaft zurückgegeben werden kann.

Bürgschaftstexte ungeprüft akzeptieren

Einige Auftraggeber verwenden eigene Bürgschaftsmuster. Diese können weitergehende Verpflichtungen enthalten als übliche Standardtexte.

Der Wortlaut sollte deshalb vor der Ausstellung sorgfältig geprüft werden.

Kautionsversicherung mit Schadenversicherung verwechseln

Die Kautionsversicherung übernimmt nicht automatisch die Kosten einer fehlerhaften Leistung.

Sie stellt eine Sicherheit zur Verfügung. Nach einer berechtigten Zahlung kann der Versicherer Rückgriff auf Dein Unternehmen nehmen.

Nur auf den günstigsten Beitrag achten

Ein niedriger Beitrag ist nicht das einzige Auswahlkriterium.

Wichtig sind ebenfalls:

  • die angebotenen Bürgschaftsarten,
  • die Höhe der Bürgschaftslinie,
  • geforderte Sicherheiten,
  • Bearbeitungszeiten,
  • digitale Verwaltungsmöglichkeiten,
  • die Akzeptanz der Bürgschaftstexte,
  • mögliche spätere Erhöhungen der Linie.

Deine Vorteile durch eine passende Kautionsversicherung

Eine gut abgestimmte Kautionsversicherung kann Deinem Unternehmen mehrere Vorteile bieten:

  • Du kannst geforderte Bürgschaften stellen.
  • Deine Liquidität bleibt besser erhalten.
  • Sicherheitseinbehalte können möglicherweise abgelöst werden.
  • Deine Banklinie kann geschont werden.
  • Du kannst größere oder zusätzliche Aufträge annehmen.
  • Dein finanzieller Spielraum für Investitionen bleibt erhalten.
  • Mehrere Bürgschaften können innerhalb einer Linie verwaltet werden.
  • Dein Unternehmen wirkt gegenüber Auftraggebern finanziell zuverlässig.

Individuelle Beratung zur Kautionsversicherung

Nicht jede Kautionsversicherung passt zu jedem Unternehmen.

Eine geeignete Lösung sollte zu Deiner Branche, Deinem Umsatz, Deinen Aufträgen und Deiner wirtschaftlichen Situation passen. Auch die benötigten Bürgschaftsarten und die Höhe der Linie müssen sorgfältig geplant werden.

Wir unterstützen Dich dabei, Deinen tatsächlichen Bürgschaftsbedarf zu ermitteln und verschiedene Möglichkeiten zu vergleichen.

Dabei betrachten wir unter anderem:

  • Deine bestehenden und geplanten Aufträge,
  • bisherige Sicherheitseinbehalte,
  • vorhandene Bankavale,
  • Deinen zukünftigen Finanzierungsbedarf,
  • benötigte Bürgschaftsarten,
  • die gewünschte Bürgschaftslinie,
  • mögliche Anforderungen an Sicherheiten.

So erhältst Du eine Lösung, die nicht nur kurzfristig funktioniert, sondern auch zur weiteren Entwicklung Deines Unternehmens passt.

Jetzt Kautionsversicherung prüfen lassen

Deine Auftraggeber verlangen regelmäßig Bürgschaften oder behalten einen Teil Deiner Rechnungen als Sicherheit ein?

Dann kann eine Kautionsversicherung eine sinnvolle Möglichkeit sein, Deine Liquidität zu schützen und Deine Banklinie zu entlasten.

Lass Deinen individuellen Bürgschaftsbedarf prüfen. Gemeinsam finden wir heraus, welche Bürgschaftsarten Du benötigst, wie hoch Deine Linie sein sollte und welche Lösung zu Deinem Unternehmen passt.

Häufige Fragen zur Kautionsversicherung

1. Was ist eine Kautionsversicherung?

Eine Kautionsversicherung stellt Bürgschaften für Unternehmen bereit. Der Versicherer tritt als Bürge auf und sichert bestimmte Verpflichtungen gegenüber Deinem Auftraggeber ab.

2. Ist eine Kautionsversicherung dasselbe wie eine Bürgschaftsversicherung?

Ja. Beide Begriffe werden häufig gleichbedeutend verwendet.

3. Was ist der Unterschied zur Betriebshaftpflichtversicherung?

Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt Dich bei versicherten Schadensersatzansprüchen Dritter. Eine Kautionsversicherung stellt dagegen Bürgschaften für vertragliche oder gesetzliche Verpflichtungen bereit.

4. Was ist eine Bürgschaftslinie?

Die Bürgschaftslinie ist der maximale Gesamtbetrag, bis zu dem der Versicherer Bürgschaften für Dein Unternehmen ausstellen kann.

5. Welche Bürgschaften können eingeschlossen werden?

Häufig sind Gewährleistungs-, Vertragserfüllungs-, Ausführungs- und Vorauszahlungsbürgschaften möglich. Je nach Anbieter können weitere Bürgschaftsarten vereinbart werden.

6. Was ist eine Gewährleistungsbürgschaft?

Sie sichert mögliche Mängelansprüche Deines Auftraggebers nach Fertigstellung und Abnahme eines Auftrags ab.

7. Was ist eine Vertragserfüllungsbürgschaft?

Sie sichert die ordnungsgemäße Erfüllung Deiner vertraglichen Verpflichtungen während der Auftragsausführung ab.

8. Kann ich mit einer Kautionsversicherung meine Banklinie schonen?

Ja. Da der Bürgschaftsrahmen vom Versicherer bereitgestellt wird, muss er nicht automatisch über Deine Bankkreditlinie laufen.

9. Bekomme ich eine Kautionsversicherung ohne Sicherheiten?

Das hängt von Deiner Bonität, der Höhe der Linie und dem jeweiligen Anbieter ab. Bei kleineren Linien kann eine vereinfachte Lösung möglich sein.

10. Können Existenzgründer eine Kautionsversicherung abschließen?

Grundsätzlich ja. Der Versicherer prüft dann häufig den Businessplan, die Liquiditätsplanung, die Auftragslage und Deine berufliche Erfahrung.

11. Was kostet eine Kautionsversicherung?

Der Beitrag hängt unter anderem von der Bürgschaftslinie, den Bürgschaftsarten, Deiner Bonität, der Branche und möglichen Sicherheiten ab.

12. Was passiert, wenn eine Bürgschaft gezogen wird?

Der Versicherer prüft zunächst, ob die Forderung berechtigt und von der Bürgschaft umfasst ist. Nach einer Zahlung kann er den Betrag grundsätzlich von Deinem Unternehmen zurückfordern.

13. Wann wird eine Bürgschaftslinie wieder frei?

Sobald eine Bürgschaft wirksam beendet und der Versicherer aus der Haftung entlassen wurde, steht der entsprechende Betrag innerhalb der Linie wieder zur Verfügung.

14. Muss ich eine alte Bürgschaft aktiv zurückgeben?

In vielen Fällen ja. Ein abgeschlossenes Projekt führt nicht automatisch dazu, dass die Bürgschaft aus Deiner Linie entfernt wird.

15. Kann eine Kautionsversicherung Sicherheitseinbehalte ersetzen?

Ja, wenn Dein Auftraggeber die Bürgschaft akzeptiert. Dadurch kann ein einbehaltener Rechnungsbetrag möglicherweise früher ausgezahlt werden.

16. Für welche Branchen ist eine Kautionsversicherung sinnvoll?

Besonders häufig wird sie im Baugewerbe, Handwerk, Maschinenbau, Anlagenbau und bei größeren Projekt- oder Lieferverträgen benötigt.

17. Kann ich mehrere Bürgschaften gleichzeitig nutzen?

Ja, solange die insgesamt ausgestellten Bürgschaften innerhalb Deiner vereinbarten Bürgschaftslinie liegen.

18. Ist die Kautionsversicherung eine klassische Schadenversicherung?

Nein. Sie stellt eine Sicherheit bereit. Bei einer berechtigten Inanspruchnahme kann der Versicherer seine Zahlung von Deinem Unternehmen zurückfordern.