KFZ- Versicherung, Typklassen und wahrheitsgemäße Angaben

Typklassen in der Kfz-Versicherung – einfach erklärt

Wenn du ein Auto versicherst, bestimmt nicht nur die gewählte Versicherungsart (Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko) den Beitrag. Die Höhe deiner Kfz-Versicherung wird von mehreren Faktoren beeinflusst, unter anderem:

  • deiner Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)
  • dem Fahrerkreis (wer fährt das Auto?)
  • der jährlichen Fahrleistung
  • der Frage, ob es ein Garagenfahrzeug ist
  • sowie zwei wichtigen Tarifmerkmalen: Typklasse und Regionalklasse

Gerade die Typklasse sorgt jedes Jahr für Beitragsanpassungen – oft ohne dass der Fahrzeughalter aktiv etwas verändert hat.


Was ist die Typklasse bei der Kfz-Versicherung?

Die Typklasse beschreibt, wie häufig ein bestimmtes Fahrzeugmodell in der Vergangenheit Schäden verursacht hat. Grundlage dafür sind die Schadenstatistiken der letzten zwei Jahre, die vom GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) ausgewertet werden.

Einfach gesagt:
Je mehr und je teurer die durchschnittlichen Schäden eines Fahrzeugmodells waren, desto höher steigt dessen Typklasse – und damit dein Versicherungsbeitrag.

Wichtig zu wissen:

  • Kleine Parkrempler oder oberflächliche Lackschäden haben wenig Einfluss.
  • Teure Reparaturen, hohe Personenschäden oder aufwändige Gutachten erhöhen die Typklasse stärker.

Das bedeutet:
Zwei identische Fahrer mit identischen Bedingungen können trotzdem unterschiedlich viel zahlen, wenn ihre Fahrzeuge unterschiedlichen Typklassen zugeordnet sind.

Die Typklassenstatistik umfasst rund 30.000 Fahrzeugmodelle.

Du kannst jederzeit prüfen, in welcher Typklasse dein Auto liegt:
→ Auf der offiziellen Service-Seite des GDV.


Und was ist die Regionalklasse?

Die Regionalklasse bewertet, wie viele Schäden in der Region passieren, in der das Fahrzeug zugelassen ist.

Faktoren sind unter anderem:

  • Unfallstatistiken
  • Diebstahlquote
  • Sturm- und Hagelschäden
  • Anzahl der gemeldeten Teilkasko- und Vollkaskoschäden

Regionen mit vielen Schäden = höhere Beiträge
Regionen mit weniger Schäden = günstigere Beiträge

Auch die Regionalklassen werden jährlich angepasst.


Warum ein Garagenfahrzeug günstiger ist

Wenn du angibst, dass dein Auto nachts in einer Garage steht, kann das deinen Beitrag reduzieren.
Der Grund ist naheliegend: Das Fahrzeug ist geschützter.

Geringeres Risiko für:

  • Diebstahl
  • Vandalismus
  • Marderbisse
  • Sturm- und Hagelschäden

Wichtig:
Wenn du eine Garage angibst, solltest du sie auch wirklich nutzen. Versicherer prüfen im Schadenfall immer genauer nach – sogar der Nachbar kann Zeuge sein, ob das Auto regelmäßig in der Garage stand.

Bei falschen Angaben drohen:

  • Beitragserhöhungen
  • Nachzahlungen
  • Reduzierte Erstattungen
  • Im Extremfall die Kündigung des Vertrags

Achte auch auf die richtige Angabe der jährlichen Fahrleistung

Werkstätten melden bei Reparaturen oft automatisch den Kilometerstand an den Versicherer.
Wenn du deutlich mehr fährst als angegeben, kann die Versicherung Beiträge nachfordern oder die Selbstbeteiligung erhöhen.

Deshalb gilt:
Mach deine Angaben ehrlich – das schützt dich langfristig.


Wichtig für den Versicherungsschutz: Fahrzeug richtig nutzen

Sicht frei machen:
Bevor du losfährst, müssen alle Scheiben frei sein – egal ob vereist oder beschlagen.
Nur „ein kleines Guckloch“ reicht nicht.
Passiert ein Unfall wegen eingeschränkter Sicht, kann die Versicherung die Leistung kürzen.

Winterreifen-Pflicht:
Bei winterlichen Straßen gehören Winter- oder Ganzjahresreifen aufs Auto.
Mit Sommerreifen riskierst du:

  • Bußgelder
  • Unfallgefahr
  • Leistungskürzungen durch die Versicherung

Fazit

Die Typklasse ist ein entscheidender Faktor bei der Berechnung deiner Kfz-Versicherung und kann jedes Jahr variieren – unabhängig davon, wie du selbst gefahren bist. Gemeinsam mit Regionalklasse, SF-Klasse, Fahrerkreis und Garagenstatus bestimmt sie, wie hoch dein Beitrag am Ende ausfällt.

Wenn du möchtest, prüfe ich gerne für dich:

  • ob dein Fahrzeug durch die Typklassenanpassung teurer geworden ist
  • welche Versicherer aktuell die besten Konditionen für dein Modell bieten
  • und ob ein Wechsel sinnvoll ist

 

Versicherer haben im Falle von Falschangaben die Möglichkeit der Kündigung des Vertrags, die Selbstbeteiligung der Reperatur zu erhöhen oder/und Beiträge für das Jahr nachzufordern.
Beitragssenkende Merkmale der Versicherung sollten somit stets wahrheitsgemäß beantwortet werden!

FAQ – Kfz-Haftpflicht, Teilkasko & Vollkasko

1. Was ist die Kfz-Haftpflichtversicherung und warum ist sie Pflicht?
Die Kfz-Haftpflicht ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Sie springt ein, wenn du mit deinem Auto einen Schaden bei anderen verursachst – zum Beispiel an Fahrzeugen, Gebäuden oder Personen. Ohne diese Versicherung darf dein Auto nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

2. Welche Schäden übernimmt die Haftpflicht nicht?
Die Kfz-Haftpflicht zahlt nur für Schäden an anderen. Eigene Schäden an deinem Auto sind nicht abgesichert. Wenn du dein eigenes Fahrzeug schützen möchtest, brauchst du Teilkasko oder Vollkasko.

3. Was deckt die Teilkaskoversicherung ab?
Die Teilkasko schützt dein Auto gegen äußere Einflüsse, auf die du keinen Einfluss hast. Dazu gehören unter anderem:

  • Diebstahl
  • Glasbruch
  • Sturm, Hagel, Überschwemmung
  • Wildschäden
  • Brand & Kurzschluss
    Sie zahlt nicht bei selbst verschuldeten Unfällen.

4. Was sichert die Vollkaskoversicherung zusätzlich ab?
Die Vollkasko beinhaltet alle Leistungen der Teilkasko und deckt zusätzlich:

  • selbst verursachte Unfallschäden an deinem eigenen Auto
  • Vandalismus
    Sie bietet damit den umfassendsten Schutz.

5. Für wen lohnt sich eine Teilkasko?
Teilweise lohnt sich Teilkasko besonders für ältere Fahrzeuge mit geringerem Wiederverkaufswert. Du schützt dich gegen die wichtigsten Risiken, ohne eine teurere Vollkasko zu zahlen.

6. Für wen lohnt sich eine Vollkasko?
Eine Vollkasko ist meist sinnvoll für neue oder hochwertige Fahrzeuge sowie Leasing- oder Finanzierungsautos. Gerade bei selbst verschuldeten Schäden kann sie hohe Kosten verhindern.

7. Beeinflusst die Schadenfreiheitsklasse (SF) die Beiträge?
Ja. Bei der Haftpflicht und Vollkasko wirken sich schadenfreie Jahre positiv auf deinen Beitrag aus. Die Teilkasko wird dagegen nicht nach Schadenfreiheitsklassen berechnet – hier bleibt der Beitrag stabiler, auch wenn du einen Schaden meldest.

8. Wie wirkt sich ein selbst verursachter Unfall auf meine Beiträge aus?
Bei der Haftpflicht und Vollkasko kann sich dein Beitrag erhöhen, weil du in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft wirst. Bei der Teilkasko gibt es keine Rückstufung.

9. Kann ich zwischen den Versicherungsformen wechseln?
Ja, du kannst die Versicherung jederzeit zum Ablauf des Versicherungsjahres oder nach einem regulierten Schaden ändern. Viele Wechsel finden zum 01.01. statt, aber es geht grundsätzlich auch unterjährig.

10. Was kostet Kfz-Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko ungefähr?
Der Beitrag hängt von vielen Faktoren ab:

  • Fahrzeugtyp
  • Region
  • Fahreralter
  • Schadenfreiheitsklasse
  • Nutzung (privat/beruflich)
  • jährliche Kilometer
    Deshalb erhältst du bei uns immer ein individuelles, optimiertes Angebot.