Der neue Schufa-Score: Was sich ändert, was das für Dich bedeutet – und wie Du davon profitierst

Die Bonität entscheidet heute über weit mehr als nur einen Kredit. Ob Mietvertrag, Handyvertrag, Ratenkauf, Leasing oder Energieanbieter – überall spielt Deine Zahlungsfähigkeit eine zentrale Rolle. Genau hier kommt der sogenannte Schufa-Score ins Spiel. Jahrzehntelang war er für Verbraucher ein Rätsel. Jetzt kündigt die SCHUFA einen grundlegenden Wandel an: mehr Transparenz, weniger Blackbox.

Doch was steckt wirklich hinter dem neuen Score? Ab wann kannst Du ihn einsehen? Und vor allem: Wie kannst Du ihn aktiv beeinflussen? Genau darum geht es in diesem Beitrag.


Warum der Schufa-Score so wichtig für Dein Leben ist

Der Schufa-Score ist eine Kennzahl, die Unternehmen hilft einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Du Deinen finanziellen Verpflichtungen zuverlässig nachkommst. Je höher der Wert, desto besser stehen Deine Chancen auf:

  • günstige Kreditzinsen
  • schnelle Vertragsabschlüsse
  • weniger Rückfragen bei Vermietern
  • bessere Konditionen bei Strom-, Gas- oder Mobilfunkverträgen

Ein schlechter Score hingegen kann dazu führen, dass Verträge abgelehnt oder nur zu deutlich schlechteren Bedingungen angeboten werden – selbst dann, wenn Du Dich eigentlich für finanziell zuverlässig hältst.


Was genau ist ein Bonitätsscore?

Ein Bonitätsscore ist eine statistische Prognose. Er soll nicht Dein Einkommen oder Dein Vermögen abbilden, sondern ausschließlich die Wahrscheinlichkeit, mit der Du Rechnungen und Kredite ordnungsgemäß bedienst.

Typische negative Einflüsse sind zum Beispiel:

  • wiederholte Zahlungsverspätungen
  • Mahnverfahren
  • titulierte Forderungen
  • Inkasso-Einträge

Positive Einflüsse entstehen dagegen durch:

  • langfristig bestehende Bankverbindungen
  • überschaubare Kreditnutzung
  • saubere Zahlungshistorie

Das große Problem der Vergangenheit: fehlende Transparenz

Viele Verbraucher wussten bisher nicht:

  • warum ihr Score gesunken ist
  • welche Faktoren wie stark gewichtet werden
  • wie sie ihren Score konkret verbessern können

Der Score wirkte wie ein geheimes Urteil im Hintergrund – mit realen Konsequenzen im Alltag. Genau hier setzt der neue Ansatz an.


Der neue Schufa-Score: Verständlich, nachvollziehbar, berechenbar

Statt auf hunderte teils schwer erklärbare Merkmale zu setzen, reduziert die Schufa ihre Berechnung künftig auf 12 klar definierte Kriterien. Ziel ist es, dass Verbraucher selbst nachvollziehen können, wie ihr Score entsteht – und was ihn verändert.

Der neue Score wird aktuell getestet. Der öffentliche Zugang ist voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2025 geplant – kostenlos, digital und jederzeit abrufbar.

Die SCHUFA plant, den neuen SCHUFA-Score für alle verständlich und nachvollziehbar zu machen. Ab März 2026 wird die SCHUFA ihre Kriterien öffnen und verspricht Verständlichkeit. Ab Ende März 2026 können Verbraucher ihren persönlichen Score kostenfrei online einsehen. Die SCHUFA legt zwar offen, welche Faktoren zählen, bleibt jedoch die Gewichtung und die mathematische Formel hinter dem Score unklar.

Quelle: die_6_wichtigsten_fragen_zum_schufa-score.pdf


Diese 12 Faktoren bestimmen künftig Deine Bonität

Die Schufa hat die wichtigsten Merkmale ausgewählt, die sowohl aussagekräftig als auch verständlich sind:

  1. Alter Deiner ältesten Kreditkarte
  2. Dauer des Wohnsitzes an Deiner aktuellen Adresse
  3. Anzahl neuer Giro- oder Kreditkartenanfragen in den letzten 12 Monaten
  4. Kredit mit der längsten verbleibenden Laufzeit
  5. Anfragen im Bereich Telekommunikation und Online-Handel
  6. Alter des ältesten bestehenden Bankvertrags
  7. Bestehender Immobilienkredit oder Bürgschaft
  8. Neu aufgenommene Ratenkredite im letzten Jahr
  9. Aktueller Kreditstatus
  10. Vorhandensein einer Identitätsprüfung
  11. Zuletzt eingerichteter Rahmenkredit
  12. Vorliegende Zahlungsstörungen

Jedes dieser Merkmale erhält Punkte. Diese werden addiert und ergeben Deinen Gesamtscore.


Neue Punkteskala: klarer Überblick statt kryptischer Werte

Der neue Schufa-Score bewegt sich künftig zwischen 100 und 999 Punkten. Daraus ergeben sich fünf leicht verständliche Kategorien:

  • hervorragend
  • gut
  • akzeptabel
  • ausreichend
  • ungenügend

So erkennst Du auf einen Blick, wo Du stehst – und wie sich Veränderungen auswirken.


Dein persönliches Datencockpit: Bonität simulieren statt raten

Ein echtes Highlight des neuen Systems ist das geplante Datencockpit. Damit kannst Du verschiedene Szenarien durchspielen:

  • Was passiert mit meinem Score, wenn ich einen weiteren Kredit aufnehme?
  • Wie wirkt sich die Kündigung einer Kreditkarte aus?
  • Verbessert sich meine Bewertung, wenn ich alte Verträge beende?

Du bekommst also endlich ein Werkzeug an die Hand, mit dem Du bewusst steuern kannst, statt im Dunkeln zu tappen.


Wer nutzt den Schufa-Score – und warum?

Der Score wird von vielen Marktteilnehmern abgefragt, darunter:

  • Banken und Sparkassen
  • Online-Shops
  • Mobilfunkanbieter
  • Autohäuser
  • Energieversorger
  • Vermieter

Wichtig: Diese Stellen erhalten keine Detaildaten, sondern ausschließlich den Scorewert. Die finale Entscheidung trifft immer das jeweilige Unternehmen – oft in Kombination mit eigenen Kriterien wie Einkommen oder Sicherheiten.


Bedeutet ein guter Score automatisch einen Kredit?

Nein. Der Schufa-Score ist nur ein Baustein. Banken berücksichtigen zusätzlich:

  • regelmäßiges Einkommen
  • monatliche Ausgaben
  • bestehende Verpflichtungen
  • Vermögenswerte
  • eigene Risikostrategie

Ein guter Score verbessert Deine Chancen erheblich – ist aber keine Garantie.


Woher stammen Deine Schufa-Daten?

Die Schufa erhält Informationen von ihren Vertragspartnern, zum Beispiel über:

  • Kontoeröffnungen
  • Kreditkarten
  • Kredite und Leasingverträge

Zusätzlich fließen öffentlich zugängliche Informationen ein, etwa aus Schuldnerverzeichnissen. Nicht gespeichert werden Angaben zu Einkommen, Beruf oder Vermögen.

Aktuell liegen der Schufa Daten zu rund 68 Millionen Menschen in Deutschland vor – überwiegend mit positiven Merkmalen.


Warum jetzt dieser Wandel?

Das Konsumverhalten hat sich stark verändert:

  • mehr Online-Käufe
  • mehr kurzfristige Finanzierungen
  • häufigere Bankwechsel
  • neue digitale Zahlungsmethoden

Gleichzeitig wächst der gesellschaftliche und rechtliche Druck auf Auskunfteien. Mehrere Gerichtsurteile – zuletzt auch auf europäischer Ebene – haben klargestellt: Verbraucher haben ein Recht auf Verständlichkeit und Transparenz.


Fazit: Mehr Kontrolle für Dich als Verbraucher

Der neue Schufa-Score ist ein großer Schritt in Richtung Fairness. Du bekommst:

  • Transparenz
  • Nachvollziehbarkeit
  • Steuerungsmöglichkeiten

Wer seine Bonität versteht, kann sie aktiv verbessern – und sich langfristig bessere finanzielle Bedingungen sichern.


FAQ – Häufige Fragen zum neuen Schufa-Score

1. Ab wann kann ich meinen neuen Schufa-Score einsehen?
Voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2025.

2. Kostet der neue Score Geld?
Nein, der digitale Zugriff soll kostenfrei sein.

3. Kann ich meinen Score selbst berechnen?
Ja, die Punktevergabe ist so gestaltet, dass sie nachvollziehbar ist.

4. Wird mein alter Score ersetzt?
Langfristig ja, aktuell läuft noch eine Testphase.

5. Hat mein Einkommen Einfluss auf den Score?
Nein, Einkommen wird nicht gespeichert oder bewertet.

6. Wie schnell ändert sich der Score?
Je nach Veränderung Deiner Daten – teilweise innerhalb weniger Wochen.

7. Sind viele Kreditkarten schlecht für den Score?
Nicht zwingend, aber häufige neue Abschlüsse können negativ wirken.

8. Kann ich meinen Score aktiv verbessern?
Ja, z. B. durch weniger Anfragen, stabile Verträge und pünktliche Zahlungen.

9. Sehen Unternehmen meine Einzelverträge?
Nein, sie erhalten nur den Scorewert.

10. Lohnt es sich, den Score regelmäßig zu prüfen?
Absolut – früh erkannt, lassen sich viele Probleme vermeiden.