Was ändert sich im Jahressteuergesetz ab dem 01.01.2026? – Dein umfassender Überblick

Das neue Jahr bringt für dich nicht nur gute Vorsätze und frische Motivation – steuerlich ändert sich ab dem 1. Januar 2026 eine ganze Menge. Diese Reformen sind Teil des sogenannten Steueränderungsgesetzes 2025, das ab 2026 greift und weitreichende Auswirkungen auf deinen Geldbeutel, deine steuerliche Situation und deinen Alltag hat. Die Änderungen betreffen Arbeitnehmerinnen, Selbstständige, Familien, Ehrenamtliche, Rentnerinnen, Vereine und Unternehmen gleichermaßen.

In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Neuerungen kommen, wie sie wirken und was sie konkret für dich bedeuten.


Warum diese Reform so wichtig für dich ist

Stell dir vor, du könntest am Ende jedes Monats mehr netto im Portemonnaie haben – ganz ohne mehr zu arbeiten. Genau das ist einer der zentralen Effekte vieler Steueränderungen für 2026. Sie sollen vor allem drei Ziele erreichen:

  1. Entlastung durch höhere Freibeträge, damit du nicht durch Inflation und steigende Löhne mehr zahlst, als dir guttun würde.
  2. Belohnung von Engagement und Ehrenamt, indem steuerliche Pauschalen angehoben werden.
  3. Mehr Netto vom Brutto für Pendler*innen und Familien, durch verbesserte Pauschalen und Leistungen.

Die Reform betrifft dich – du profitierst ganz konkret davon im Alltag.


1. Mehr Geld in der Tasche – Grundfreibetrag & Einkommensteuer

Das Herzstück jeder Einkommensteuer ist der Grundfreibetrag – der Betrag, bis zu dem du keine Einkommensteuer zahlst. Dieser wird zum 1. Januar 2026 auf 12.348 Euro erhöht. Das bedeutet konkret: Du behältst mehr von deinem hart verdienten Geld.

Warum ist das für dich wichtig?

Wenn du zuvor knapp über dem alten Freibetrag lagst, kannst du nun ein Stück mehr Einkommen steuerfrei verdienen. Das wirkt sich bei Angestellten, Selbstständigen und Freiberuflern gleichermaßen aus.


2. Pendlerpauschale: Mehr Entlastung schon ab dem ersten Kilometer

Du pendelst zur Arbeit? Gute Nachricht: Die Pendlerpauschale steigt auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Früher galt dieser Satz erst nach dem 20. Kilometer. Das heißt für dich:

  • Mehr Abzug schon ab dem ersten Kilometer
  • Effektive Entlastung bei täglichem Weg zur Arbeit
  • Unabhängig vom Verkehrsmittel (Auto, Bahn oder Fahrrad) gilt diese Pauschale.

Diese Anpassung macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn du täglich viele Kilometer zurücklegst – und kann zu einer spürbaren Ersparnis führen.


3. Aktivrente: Arbeiten im Alter lohnt sich endlich

Eine der größten Neuerungen betrifft den Hinzuverdienst im Rentenalter. Ab 2026 können Menschen, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und weiterarbeiten, bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei verdienen – und zwar voll sozialversicherungspflichtig.

Das heißt für dich:

  • Keine Steuer auf den monatlichen Zusatzverdienst bis 2.000 Euro
  • Volle Auszahlung ohne Abzug – aber weiterhin sozialversicherungspflichtig
  • Perfekt, wenn du deinen Ruhestand mit einer Mini- oder Teilzeitbeschäftigung verbinden möchtest.

Diese Regelung schafft völlig neue Freiräume im Ruhestand – für mehr Lebensqualität oder für das kleine Extra-Einkommen.


4. Ehrenamt und Engagement – endlich mehr Wertschätzung

Du engagierst dich ehrenamtlich? Dann profitierst du künftig steuerlich deutlich mehr:

  • Übungsleiterpauschale steigt auf 3.300 Euro pro Jahr
  • Ehrenamtspauschale steigt auf 960 Euro pro Jahr
  • Förderung gilt für Vereine, Ehrenamtliche, Trainer, Betreuer und viele weitere Aufgaben.

Damit will die Politik das Ehrenamt stärken und Menschen motivieren, sich in Vereinen oder sozialen Projekten einzubringen.


5. Umsatzsteuer in der Gastronomie – dauerhaft gesenkt

Eines der sichtbarsten Ergebnisse der Reform: Für **Speisen in der Gastronomie gilt ab 2026 ein **dauerhafter ermäßigter Umsatzsteuersatz von 7 Prozent (exklusive Getränke).

Was heißt das für dich?

  • Essen im Restaurant oder Café wird steuerlich entlastet
  • Gastronom*innen gewinnen langfristige Planungssicherheit
  • Mögliche Preisvorteile für Kund*innen – je nach Betrieb

Das war früher zeitlich begrenzt, jetzt gilt es dauerhaft.


6. Mobilitätsprämie unbefristet – steuerliche Hilfe für kleinere Einkommen

Bislang war die Mobilitätsprämie befristet. Ab 2026 wird sie dauerhaft im Einkommensteuergesetz verankert.

Was bedeutet das für dich?

Wenn du wenig Einkommen hast und Pendlerpauschale geltend machen kannst, bekommst du dafür zusätzlich eine steuerliche Prämie – unabhängig davon, ob du tatsächlich Steuern zahlst. Das bringt gerade Menschen mit kleinen Einkommen echte Vorteile.


7. Gewerkschaftsbeiträge als Sonderausgaben absetzbar

Ab 2026 kannst du deine Beiträge an Gewerkschaften zusätzlich zu anderen Pauschalen als Sonderausgaben ansetzen – und zwar über den Werbungskostenpauschbetrag hinaus.

Für Mitglieder von Berufsverbänden oder Gewerkschaften bedeutet das:

  • Mehr absetzbare Kosten bei der Steuererklärung
  • Weniger Steuern bei gleichen Einnahmen

Ein oft unterschätzter Vorteil – der sich am Ende lohnt.


8. Parteispenden steuerlich attraktiver

Politisch engagiert? Dann gute Nachrichten: Die steuerlich begünstigten Höchstbeträge für Parteispenden werden verdoppelt.

Konkret heißt das:

  • Alleinstehende können bis 6.600 Euro spenden,
  • Ehepaare bis zu 13.200 Euro,
  • und diese Spenden bringen steuerliche Vorteile.

So belohnt der Staat politisches Engagement stärker als zuvor.


9. Minijobs und Sozialversicherung

Auch im Bereich Minijobs ändert sich einiges:

  • Die Geringfügigkeitsgrenze steigt auf 603 Euro pro Monat – gekoppelt an den Mindestlohn.
  • Die Rentenversicherungsbeiträge für Arbeitgeber sinken leicht.

Das bedeutet für dich als Minijob-Arbeitnehmer*in mehr Flexibilität und eine stabilere Planung deiner Einnahmen.


10. Gemeinnützigkeit und Vereine – weniger Bürokratie, mehr Möglichkeiten

Für Vereine und non-profit Organisationen bringt das Jahressteuergesetz 2025 zusätzliche Erleichterungen:

  • E-Sport wird als gemeinnütziger Zweck anerkannt,
  • Photovoltaikanlagen gefährden nicht mehr den Gemeinnützigkeitsstatus,
  • Höhere Freigrenzen für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe,
  • Vereinfachte Mittelverwendung.

Das eröffnet Vereinen neue Spielräume – sowohl steuerlich als auch organisatorisch.


Wie du all diese Änderungen optimal nutzt

Damit du wirklich profitierst, hier eine kurze Checkliste:

  • Schaffe dir einen Überblick über deine steuerrelevanten Einnahmen.
  • Prüfe, ob du Pendlerpauschale, Mobilitätsprämie oder Ehrenamtspauschale geltend machen kannst.
  • Bei Renteneinkünften: Nutze die Aktivrente smart.
  • Gewerkschaftsbeiträge und Parteispenden steuerlich geltend machen.
  • Als Verein: Prüfe neue Gemeinnützigkeitsvorteile.

Zusätzlich kommt es zur Digitalisierung der Arbeitgeber- und Vorsorgebescheinigungen

Ab dem 01.01.2026 wird durch das Jahressteuergesetz ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung umgesetzt: Bescheinigungen und Nachweise rund um den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung sowie Vorsorgeaufwendungen werden künftig nicht mehr in Papierform benötigt, sondern digital an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermittelt. Arbeitgeber rufen die relevanten Werte dann monatlich elektronisch ab, sodass Kundinnen und Kunden diese Unterlagen nicht mehr selbst einreichen müssen. Wichtig dabei: Der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss kann nur dann korrekt berücksichtigt werden, wenn dieses digitale Verfahren genutzt wird – für viele bedeutet das weniger Bürokratie, aber auch, dass Daten korrekt und vollständig gemeldet sein müssen, damit es nicht zu Verzögerungen oder Nachteilen kommt.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) – zum Jahressteuergesetz 2026

1. Was ist das Jahressteuergesetz 2025/2026?

Das Jahressteuergesetz 2025 ist ein umfassendes Gesetzespaket mit Änderungen, das ab dem 1. Januar 2026 in Kraft tritt und zahlreiche Steuern, Freibeträge und Pauschalen anpasst.

2. Wer profitiert am meisten von den Änderungen?

Pendlerinnen, Familien, Ehrenamtliche, Rentnerinnen, Minijobber*innen und viele Selbstständige profitieren dank höherer Freibeträge, Pauschalen und steuerlicher Verbesserungen.

3. Wie viel mehr bleibt mir durch den höheren Grundfreibetrag?

Mit einem Grundfreibetrag von 12.348 Euro bleibt dir ein größerer Teil deines Einkommens steuerfrei, was dein Nettogehalt effektiv erhöht.

4. Was bedeutet die neue Pendlerpauschale für mich?

Du kannst nun 38 Cent/km ab dem ersten Kilometer für Arbeitswege in deiner Steuererklärung ansetzen – unabhängig vom Verkehrsmittel.

5. Was ist die Aktivrente?

Die Aktivrente ermöglicht es Rentner*innen, bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei zu verdienen, wenn sie nach Erreichen des Regelalters weiterarbeiten.

6. Wie hoch sind Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen jetzt?

Die Übungsleiterpauschale beträgt 3.300 Euro, Ehrenamtspauschale 960 Euro – steuerfrei pro Jahr.

7. Wird die Umsatzsteuer auf Restaurantessen gesenkt?

Ja – 7 Prozent Umsatzsteuer gilt dauerhaft für Speisen, nicht aber für Getränke.

8. Kann ich Mobilitätsprämie weiterhin beantragen?

Ja, sie ist nun dauerhaft im Gesetz verankert – ein Vorteil besonders für Geringverdiener*innen.

9. Was ändert sich bei Minijobs?

Die Verdienstgrenze steigt auf 603 Euro/Monat, gekoppelt an den Mindestlohn.

10. Sind Gewerkschaftsbeiträge steuerlich absetzbar?

Ja – sie gelten künftig zusätzlich zu Pauschalen als Sonderausgaben.

11. Welche Änderungen gibt es für Spenden?

Die steuerlich begünstigten Höchstbeträge für Parteispenden werden verdoppelt.

12. Wie profitieren Vereine von den Änderungen?

Vereine erhalten höhere Freigrenzen, vereinfachte Regeln und neue gemeinnützige Anerkennungen (z. B. E-Sport).

13. Gibt es Nachteile durch die Reform?

Einige soziale Abgaben und Versicherungsbeiträge können steigen (z. B. Sozialversicherungen), daher lohnt sich eine genaue Steuerberatung.

14. Wann muss ich die Änderungen das erste Mal in meiner Steuererklärung berücksichtigen?

Bereits für den Steuerjahr 2026, also bei deinen Erklärungen im Jahr 2027.

15. Muss ich etwas aktiv tun, um die Vorteile zu nutzen?

Ja – du musst die neuen Pauschalen und Freibeträge in deiner Steuererklärung angeben. Eine Beratung oder Software hilft dabei.

16. Wo bekomme ich Hilfe bei der Umsetzung?

Finanzberater*innen, Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerprogramme wie ELSTER helfen dir bei der korrekten Umsetzung.