Stand: 31. Oktober 2023
Was ist die Schufa eigentlich?
Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine deutsche Wirtschaftsauskunftei. Sie sammelt Informationen zum Zahlungsverhalten von Privatpersonen und stellt diese Daten Banken, Vermietern, Telekommunikationsunternehmen und anderen Vertragspartnern zur Verfügung.
Ziel der Schufa ist es, Unternehmen bei der Einschätzung der Kreditwürdigkeit (Bonität) zu unterstützen und Zahlungsausfälle zu vermeiden.
Warum ist die Schufa für Dich so wichtig?
Deine Schufa-Daten spielen eine entscheidende Rolle, wenn Du:
- einen Kredit aufnehmen möchtest
- ein Auto finanzierst
- eine Wohnung mietest
- einen Handy- oder Stromvertrag abschließt
Bevor ein Vertrag zustande kommt, holen viele Unternehmen eine Schufa-Auskunft ein. Anhand dieser Informationen wird bewertet, wie hoch das Risiko ist, dass Zahlungen ausfallen könnten.
👉 Eine gute Schufa erhöht Deine Chancen auf günstige Konditionen – eine schlechte kann Verträge verhindern.
Was ist eine Schufa-Auskunft?
Die Schufa-Auskunft enthält Informationen über:
- bestehende Kredite
- laufende Verträge
- bisheriges Zahlungsverhalten
- eventuelle Zahlungsausfälle
- Deinen sogenannten Score-Wert
Besonders problematisch sind negative Schufa-Einträge, da sie Deine Bonität deutlich verschlechtern können.
Wann entsteht ein negativer Schufa-Eintrag?
Ein negativer Schufa-Eintrag entsteht nicht bei jeder verspäteten Zahlung. Wichtig ist:
- Verspätete Zahlungen ohne gerichtliches Mahnverfahren führen nicht zu einem negativen Eintrag.
- Ein negativer Eintrag entsteht erst, wenn:
- mehrere Mahnungen ignoriert werden
- Fristen verstreichen
- ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet wird
Erst dann gilt eine Forderung als sogenanntes Negativmerkmal.
Wie kannst Du Deine Schufa-Einträge einsehen?
Du hast das Recht, einmal pro Jahr kostenlos Deine Schufa-Daten einzusehen. Diese sogenannte Datenkopie nach Art. 15 DSGVO zeigt Dir alle gespeicherten Informationen zu Deiner Person.
👉 Es ist sinnvoll, diese Auskunft regelmäßig zu prüfen, um falsche oder veraltete Einträge frühzeitig zu erkennen.
Was tun bei einem negativen Schufa-Eintrag?
Am besten ist es natürlich, einen negativen Eintrag von vornherein zu vermeiden. Sollte es dennoch dazu kommen, gilt:
- Nach Begleichung der offenen Forderung wird der Eintrag als „erledigt“ markiert
- Trotzdem bleibt der negative Eintrag noch bis zu drei Jahre gespeichert
- Während dieser Zeit kann sich der Eintrag weiterhin negativ auf Deinen Score-Wert auswirken
In bestimmten Fällen ist es möglich, einen negativen Schufa-Eintrag vorzeitig löschen zu lassen. Dafür empfiehlt sich die Unterstützung eines spezialisierten Anwalts, der Erfahrung mit Schufa-Löschungen hat.
Was ist der Schufa-Score-Wert?
Der Score-Wert beschreibt Deine Kreditwürdigkeit in Prozent – auf einer Skala von 0 bis 100 %. Er wird alle drei Monate neu berechnet.
- Ein sehr guter Score liegt über 97,5 %
- Je höher der Score, desto geringer schätzt ein Unternehmen das Ausfallrisiko ein
- Sinkt der Score, steigen die Hürden für Kredite und Verträge
Ein niedriger Score signalisiert ein erhöhtes Risiko von Zahlungsausfällen – selbst wenn aktuell keine Schulden bestehen.
Gibt es neben der Schufa noch andere Auskunfteien?
Ja. Neben der Schufa gibt es in Deutschland weitere wichtige Wirtschaftsauskunfteien:
Crif Bürgel
Sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Privatpersonen und Unternehmen – ähnlich wie die Schufa.
Creditreform Boniversum
Wird besonders häufig bei Firmen- und Geschäftskrediten genutzt. Für Unternehmen ist es wichtig, ihre Bonitätsdaten aktuell zu halten, da ganze Branchen zeitweise schlechter bewertet werden können (z. B. Gastronomie während des Lockdowns).
arvato Infoscore
Erfasst ebenfalls Bonitätsdaten von Privatpersonen und Unternehmen und wird von einigen Banken zur Bonitätsprüfung herangezogen.
Häufige Fragen zur Schufa (FAQ)
1. Was ist die Schufa genau?
Die Schufa ist eine deutsche Wirtschaftsauskunftei, die Informationen über das Zahlungsverhalten von Privatpersonen sammelt. Unternehmen nutzen diese Daten, um die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden einzuschätzen.
2. Warum ist die Schufa für mich wichtig?
Deine Schufa beeinflusst, ob Du einen Kredit bekommst, eine Wohnung mieten kannst oder einen Handyvertrag abschließt. Eine gute Schufa verbessert Deine Chancen und oft auch die Konditionen.
3. Was steht in einer Schufa-Auskunft?
In der Schufa-Auskunft findest Du Informationen zu laufenden Krediten, Verträgen, Deinem bisherigen Zahlungsverhalten, eventuellen Negativmerkmalen und Deinem persönlichen Score-Wert.
4. Wann entsteht ein negativer Schufa-Eintrag?
Ein negativer Schufa-Eintrag entsteht in der Regel erst nach einem gerichtlichen Mahnverfahren. Verspätete Zahlungen allein führen nicht automatisch zu einem negativen Eintrag.
5. Wie lange bleiben negative Schufa-Einträge gespeichert?
Negative Einträge bleiben in der Regel bis zu drei Jahre gespeichert – auch dann, wenn die Forderung bereits beglichen und als erledigt markiert wurde.
6. Kann ich meine Schufa kostenlos einsehen?
Ja. Du hast das Recht, einmal pro Jahr kostenlos eine Datenkopie Deiner Schufa-Auskunft anzufordern. Diese zeigt alle über Dich gespeicherten Informationen.
7. Was ist der Schufa-Score-Wert?
Der Schufa-Score ist ein Prozentwert zwischen 0 und 100 %, der Deine Kreditwürdigkeit widerspiegelt. Ein hoher Score bedeutet ein geringes Ausfallrisiko, ein niedriger Score ein erhöhtes Risiko.
8. Ab welchem Score gilt meine Bonität als gut?
Ein Score-Wert von über 97,5 % gilt als sehr gut. Je höher Dein Score, desto besser bewerten Banken und andere Vertragspartner Deine Zahlungsfähigkeit.
9. Kann ich einen negativen Schufa-Eintrag löschen lassen?
In bestimmten Fällen ja, zum Beispiel bei fehlerhaften oder unrechtmäßigen Einträgen. Oft ist es sinnvoll, sich dabei von einem spezialisierten Anwalt unterstützen zu lassen.
10. Gibt es neben der Schufa noch andere Auskunfteien?
Ja. Neben der Schufa gibt es weitere Auskunfteien wie Crif Bürgel, Creditreform Boniversum und arvato Infoscore, die ebenfalls Bonitätsdaten von Privatpersonen und Unternehmen erfassen.
