Muss ich meine Bestattungsvorsorge auf Verlangen der Sozialbehörde auflösen?

Einem Urteil (Az.: 6 K 4230/17) des Verwaltungsgerichts Münster zufolge hat eine  Pflegeheimbewohnerin das Recht dazu, ihre Bestattungsvorsorge in Höhe von 10.500 Euro zu behalten. Laut den Richtern des Verwaltungsgerichts Münster ist ein Betrag in Höhe  von 10.500 Euro für die Erdbestattung angemessen. Die beklagte Behörde darf somit keinen Einfluss ausüben und die Bestattungsvorsorge auflösen.Die Tatsache, dass die Antragstellerin über einen geringen Verdienst verfügt, würde aus Sicht der Richter keine Konsequenzen für jegliche Einschränkungen hinsichtlich der Bestattung mit sich bringen. Solange die Kostengrenze seitens der  Pflegeheimbewohnerin also  nicht überschritten wird – dies wäre beispielsweise bei durchaus luxuriösen Wünschen der Fall – können ihre Gestaltungswünsche ohne Probleme durchgesetzt werden.

Die Sozialbehörden verlangen oftmals die „Auflösung einer Bestattungsvorsorge“. In solch einem Fall erstmal Ruhe bewahren und einen Anwalt aufsuchen, der das ganze rechtlich begleitet.  Außerdem gab es zuvor andere Fälle, in denen Beträge zwischen  5.000 und 10.000 Euro von vielen Gerichten als adäquat angesehen wurden. Daraus lässt sich erschließen, dass eine Bestattungsvorsorge  in Höhe von 10.500 Euro auch völlig in Ordnung ist.

Was ist überhaupt eine Bestattungsvorsorge?

Grab

Unter einer Bestattungsvorsorge ist die Planung der Beerdigung zu verstehen. Das bedeutet, dass die betroffene Person zu Lebzeiten festlegen kann, an welchem Ort und auf welche Weise sie beerdigt wird. Üblich ist in Deutschland die traditionelle Erdbestattung, bei der die Leiche im Grab in die Erde beigesetzt wird. Die Vorsorge stellt sicher, dass die Hinterbliebenen für die Beerdigung der betroffenen Person finanziell abgesichert und auch entlastet werden. Sofern der Verstorbene keine finanziellen Mittel hinterlässt, müssen die Hinterbliebenen dafür aufkommen. Um dies zu verhindern ist eine Sterbegeldversicherung ratsam. Dies können auch die Hinterbliebenen vorab abschließen. Z.B. die Kinder für die Eltern.

Bereits zu Lebzeiten kann man einen Vertrag für die Bestattung und den Ablauf mit einem Beerdigungsunternehmen abschließen. Wichtig ist hierbei die Hinterlegung dieser Information an einem bestimmten Ort, an dem die Hinterbliebenen im Todesfall zugreifen können. Hierzu ist z.B. ein Notfallordner geeignet.

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